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Was ist Breitband?

Der Begriff Breitband ist weder geschützt, noch wird er international einheitlich verwendet. Die Breitbandinitiative zählt zu Breitband-Technologien solche IP-Daten-verbindungen, deren Bandbreite den Anwender in konkreten Online-Nutzungs-situationen weder behindert noch limitiert. Dies sind derzeit Verbindungen mit Übertragungsgeschwindigkeiten, die deutlich über jene von ISDN hinausgehen und somit mindestens 256kbit/s im Download betragen. Eingebürgert hat sich, ab einer Übertragungsrate von mind. 1Mbit/s von Breitband zu sprechen; die heute üblichen Dienste lassen sich am besten ab einer Rate von 2-3 Mbit/s nutzen. Dazu gehören derzeit beispielsweise Festnetz-Anschlüsse per DSL/VDSL, TV-Breitband- und Glasfaser oder Stromnetz genauso wie mobile Verbindungen über LTE, UMTS, W-LAN oder WIMAX.

Breitbandtechniken

DSL

DSL heißt Digital Subscriber Line, übersetzt Digitale Teilnehmeranschlussleitung. Bei DSL handelt es die in Deutschland am häufigsten genutzte Zugangsart. Die Daten werden bei DSL über eine Telefonkupferleitung übertragen. Ein sogenannter Splitter und ein DSL-Modem regeln zusammen mit einer DSL-Vermittlungsstelle (DSLAM) den Datenverkehr. DSL kann nicht verwendet werden, wenn die Kupferleitungsstrecke zum Endkunden zu lang sind. DSL-Anschlüsse haben – wie andere Techniken auch – unterschiedliche Geschwindigkeiten für das Senden (Upload, Upstream) und Empfangen (Download, Downstream) von Daten.

VDSL

VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) ist ein besonders leistungsstarkes DSL. Bei VDSL werden Glasfasernetze nahe an Nutzeranschlüsse herangelegt. Da somit ein kürzerer Weg über eine Kupferleitung zum Haus zurückgelegt werden muss, können Übertragungsgeschwindigkeiten von rund 50 Mbit/s erreicht werden.

Glasfaser

Glasfasernetze sind Hochgeschwindigkeitsdatenautobahnen. Die bei dieser Technik in Lichtsignale umgewandelten Daten werden durch spezielle Fasern versendet. Dabei sind Übertragungsgeschwindigkeiten im Giga- und Terabitbereich (Gbit/s = 1000 Mbit/s, Tbit/s = 1000 Gbit/s) möglich. Glasfaser bieten sich daher besonders dazu an, sehr große Datenmengen sehr schnell zu transportieren.

Da die Leitungen als Infrastruktur extra verlegt werden müssen, ist eine Neuanbindung durch Glasfaser im Vergleich sehr teuer. Man unterscheidet verschiedene Möglichkeiten, wie die Glasfaserleitungen verlegt sind: Die beste Möglichkeit für den Endnutzer ist FTTH (Fiber To The Home, dt.: Glasfaser bis in die Wohnung), die die höchsten Übertragungsraten erlaubt. Bei den anderen Möglichkeiten FTTC (Fibre To The Curb, dt.: Glasfaser bis zum Bordstein), FTTN (Fiber To The Neighborhood, dt.: Glasfaser bis zur Nachbarschaft) und FTTB (Fibre To The Basement, dt.: Glasfaser bis in den Keller) wird für die letzte Strecke vorhandenes Kupferkabel genutzt, wodurch die Geschwindigkeit wieder gedrosselt wird.

UMTS und LTE

UMTS (engl.: Universal Mobile Telecommunications System) ist der sogenannte Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G). Die UMTS-Technologie ermöglicht eine vergleichsweise schnelle Datenübertragung, die über der ISDN-Geschwindigkeit liegt. Für die Nutzung sind UMTS-fähige Laptopkarten oder Handys erforderlich. Außerdem sinkt die Übertragungsrate mit dem Abstand zum Funkmast. Die Weiterentwicklung HSPA (High Speed Packet Access) ermöglicht zum Beispiel Download-Geschwindigkeiten von bis zu 15 Mbit/s.

Technologienachfolger von UMTS und damit Mobilfunkstandard der vierten Generation (4G) ist LTE (Abkürzung für engl.: Long Term Evolution = dt. etwa: Langzeitentwicklung) sein. LTE erreicht einen Daten-Download von mehr als 300 Mbit/s, in der Ausbauform LTE Advanced sogar über 1 GBit/s .

Richtfunk

Richtfunk dient mit seinen hohen Übertragungsraten meist als Grundanbindung für Ortsnetze, in denen die Breitbanddienste dann über sogenannte Hybridlösungen aus anderen Techniken (etwa WLAN, WiMAX) zum Endkunden gelangen. Beim Richtfunk kann ein Funksignal über große Entfernungen übertragen werden, jedoch ist aber eine Sichtverbindung nötig.

WLAN

WLAN (Wireless Local Area Network, dt.: drahtloses lokales Netzwerk) ist eine drahtlose Funkverbindung zum Internet, die sich besonders für kürzere Strecken oder innerhalb eines Hauses eignet. Mit einer Antenne wird dabei ein kleines Funknetz erzeugt („hot spot“). Die Teilnehmer können sich in dieses Netz einwählen, allerdings sinkt die nutzbare Bandbreite, je mehr Teilnehmer dazukommen, da sich alle die vorhandene Bandbreite teilen müssen.

In Orten ohne andere Breitbandversorgung kann eine WLAN-Basisstation als Alternative an einem exponierten Ort installiert werden, die selbst über eine extra eingerichtete Standleitung, einen Satelliten oder Richtfunk versorgt wird.

WiMAX

WiMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access) ist ein technischer Standard für Breitbandfunktechnik. Das Verfahren ähnelt WLAN, reicht mit potenziell bis zu 50 Kilometern aber deutlich weiter als dieses. Bei WiMAX wird eine Funkzelle durch eine Basisstation versorgt. Über ein Modem und eine Fenster- oder Außenantenne verbinden Nutzer ihre Computer mit dem Internet. Die tatsächliche Bandbreite dieses Internetzugangs wird wie bei WLAN durch die Zahl der Benutzer der Funkzelle beeinflusst.

Satellit

Die Breitbandversorgung über Satellit ist überall und sofort möglich und eignet sich daher besonders für abgelegene Ortschaften. In der Vergangenheit war für eine Internetanbindung via Satellit ein Rückkanal über eine Telefonleitung nötig. Heute jedoch sind Satellitenverbindungen in der Regel bidirektional, d.h., Daten werden in Empfangs- wie auch in Senderichtung übertragen. Dabei kann im Download eine Leistung von über 20 Mbit/s erreicht werden. In den kommenden Jahren werden noch höhere Datenraten möglich sein.

Zur Nutzung einer Satellitenverbindung werden eine Satellitenantenne („Satellitenschüssel“) und ein Modem benötigt. Der Satellitenanschluss kann zusätzlich auch zum Telefonieren (VoIP) genutzt werden sowie mit Zusatzgerät auch zum Empfang von Radio- und Fernsehprogrammen. Lediglich für Anwendungen, die eine Datenübertragung mit sehr geringer Verzögerung erfordern (z.B. Online-Spiele in Echtzeit), zeigt der Anschluss Nachteile gegenüber leitungsgebundenen Lösungen, weil durch die Distanz, die die Daten von der Erde zum Satelliten und zurück überwinden müssen, die Übertragungszeiten vergleichsweise hoch sind. Außerdem kann die Verbindungsgeschwindigkeit verringert werden, wenn gleichzeitig viele Nutzer online sind, damit alle eine Mindestversorgung erhalten (sog. Fair-Use-Policy).

TV-Kabel

Neben der Nutzung für den Rundfunk kann ein Kabelfernsehanschluss auch für das Telefonieren oder zum Surfen im Internet dienen. Bei einem geeigneten Kabelanschluss kann das Fernsehkabel (Koaxialkabel) mit einem Modem verbunden und dieses dann an den PC angeschlossen werden. Bandbreiten von 32 Mbit/s sind heutzutage kein Problem mehr, neuere Technikstandards ermöglichen  sogar Bandbreiten von über 100 Mbit/s.

Powerline

Mit der Technik Powerline Communication (kurz Powerline) ist eine Internetverbindung über das Stromkabel möglich. Dazu werden kurzwellige Funkwellen übertragen. Es sind sowohl Verbindungen vom Backbone (Datenfernleitung) zum Haus als auch innerhalb des Hauses möglich.

 

Welche Technologie ist bei mir verfügbar? Antworten liefert der Breitbandatlas des Bundes.