Es ist nahezu unmöglich, eine allgemeingültige quantitative Definition von Breitband zu geben, da die benötigte Bandbreite je nach Nutzungssituation und Anwendung sehr unterschiedlich sein kann. Auch wird allgemein angenommen, dass die benötigte Bandbreite in den nächsten Jahren mit der Zunahme von breitbandigen Diensten und Angeboten weiter ansteigen wird. Um bei Statistiken eine internationale Vergleichbarkeit zu ermöglichen wird häufig die Definition der OECD herangezogen. Diese definiert Verbindungen mit mindestens 256 kbit/s im Download als Breitband.
Damit ein Haushalt an die Breitbandnetze angeschlossen werden kann, ist es erforderlich, die so genannte „letzte Meile“ zwischen dem Haushalt und dem nächstgelegenen Netzknoten zu überbrücken. Wäre es erforderlich, zu jedem Haushalt hierfür neue Leitungen zu verlegen, so würde dies aufgrund der notwendigen Baumaßnahmen (Verlegung der Kabel im Boden mit erforderlichen Straßenbauarbeiten) enorme Kosten verursachen. Ein Breitbandanschluss wäre dann sowohl für die Anbieter als auch für die Mehrzahl der Nutzer aus Kostengründen unattraktiv. Daher hat man nach Wegen gesucht, entweder die bereits vorhandenen Leitungen (Telefon, Kabelfernsehen, Strom) für Breitband nutzbar zu machen, oder die letzte Meile über Funktechnologien zu überbrücken. Man unterscheidet daher zwischen:
1. Leitungsgebundene Technologien
Telefonleitung – DSL
Die Telefonnetze wurden ursprünglich ausschließlich zur Übertragung von Sprache aufgebaut. Bereits vor über 30 Jahren hat man aber begonnen, über die Telefonleitungen Daten in Form von Tönen zu übertragen. Auf dieser Technik basieren auch die noch heute erhältlichen Analogmodems. Da dabei aber nur ein sehr kleiner Frequenzbereich (300 – 3400 Hz) genutzt werden kann, sind auch die Übertragungsraten mit maximal 56 kbit/s sehr bescheiden. Als Ausweg hat man den auf der Leitung genutzten Frequenzbereich stark erweitert und kann heute so ein Vielfaches an Informationen übertragen. Übliche Übertragungsraten bei DSL beginnen bei 768 kbit/s und reichen heute bis zu 16.000 kbit/s im Download. Die maximale Geschwindigkeit und auch die überbrückbare Entfernung sind aber aufgrund der physikalischen Eigenschaften der Leitungen begrenzt. Daher ist DSL nicht überall oder nur mit eingeschränkter Geschwindigkeit verfügbar. In einigen Regionen werden basierend auf der VDSL-Technologie schon heute noch höhere Geschwindigkeiten von aktuell 25.000 oder 50.000 kbit/s realisiert. Dabei wird ein Teil der Leitung zum Kunden durch eine Glasfaser ersetzt,so dass die verbleibende Länge der Kupferleitung drastisch reduziert werden kann.
TV-Kabel
Die TV-Kabelnetze wurden ursprünglich zur gleichzeitigen Übertragung von Radio- und Fernsehprogrammen an viele Nutzer aufgebaut.Sie sind grundsätzlich in der Lage, neben den herkömmlichen analogen Programmen zusätzlich hunderte von digitalen Programmen und auch sehr breitbandiges Internet zum Kunden zu übertragen. Eine technische Möglichkeit für die Übertragung von Informationen vom Nutzer in das Netz – der so genannte Rückkanal – war aber ursprünglich nicht vorgesehen. Daher setzt die Nutzung der Kabelnetze für den Internetzugang oder als Telefonanschluss einen entsprechenden rückkanalfähigen Ausbau der Kabelnetze voraus. Nähere Informationen, ob dies für den eigenen Kabelanschluss zutrifft, erhält man bei seinem örtlichen Kabelnetzbetreiber. Die in den Kabelnetzen vermarkteten Geschwindigkeiten sind vergleichbar zu denen bei DSL.
Stromnetz – Power Line Communication (PLC)
Die Power-Line-Technologie nutzt die vorhandenen Stromleitungen zur Datenübertragung. Allerdings gibt es in Deutschland nur wenige Regionen, in denen ein Internetzugang über die Stromleitung angeboten wird. Informationen hierzu erhält man bei dem lokalen Energieversorger. Wesentlich populärer ist PLC bei der Vernetzung von PCs und anderen Netzwerkgeräten innerhalb von Gebäuden und Wohnungen, wo es vielfach eine Alternative zu Wireless-LAN darstellt, insbesondere wenn die baulichen Gegebenheiten wie z.B. dicke Betondecken oder -wände keine stabile Funkverbindung zulassen.
Glasfaser
Die Glasfaser stellt zwar das optimale Medium zur Übertragung hoher Bandbreiten dar, allerdings ist dazu i.d.R. eine Neuverlegung erforderlich. Aufgrund der damit verbundenen hohen Kosten gibt es in Deutschland bislang nur einige wenige Gebiete, die mit Glasfasern erschlossen sind. Da aber auch in Zukunft die Bandbreitenanforderungen weiter ansteigen werden, erscheint aus heutiger Sicht mittel- bis langfristig ein Umstieg auf Glasfaser unumgänglich. Daher sollten bei allen Infrastruktur-Baumaßnahmen (z.B. Erneuerung von Abwasser-, Wasser oder Gasleitungen) und insbesondere bei der Neuerschließung von Wohn- und Gewerbegebieten zusätzlich entweder Lehrrohre oder Glasfasern bis in die Gebäude verlegt werden.
2. Drahtlose Technologien
Satellit
Der große Vorteil des Internetzugangs über Satellit ist die praktisch flächendeckende Verfügbarkeit. Einschränkungen bestehen nur dann, wenn entweder keine Satellitenantenne angebracht werden kann oder die freie Sicht auf den Satelliten z.B. durch große Bäume oder Gebäude verstellt ist. Damit kann der Internetzugang über Satellit eine Lösung für alle Regionen sein, wo derzeit keine andere Technologie verfügbar ist. Teilweise können sogar für den Fernsehempfang vorhandene Satellitenantennen genutzt oder zumindest entsprechend erweitert werden. Für die Verbindung vom Nutzer ins Internet – den so genannten Rückkanal – ist aber bei vielen Satellitenangeboten zusätzlich eine Verbindung via Modem oder ISDN über die Telefonleitung erforderlich. Außerdem ergeben sich aufgrund der Signallaufzeiten auf der Strecke zwischen Satellit und Erde etwas längere Reaktionszeiten.
UMTS
Die Mobilfunkbetreiber haben in den vergangenen Jahren die für Datenübertragung optimierten UMTS-Netze kontinuierlich weiter in der Fläche ausgebaut und dabei ebenfalls die Geschwindigkeiten weiter erhöht. Parallel sind die Preise deutlich gefallen. Neben der mobilen Nutzung eignen sie sich selbstverständlich auch für eine stationäre Nutzung zu Hause, im Büro oder im Wochenendhaus – immer eine entsprechende Netzabdeckung vorausgesetzt. Fast alle Anbieter offerieren inzwischen spezielle Tarife für die ausschließliche Nutzung an einem Standort, die entweder günstiger sind oder ein größeres monatliches Freivolumen beinhalten. Die Geschwindigkeiten beginnen bei 384 kbit/s, vielerorts werden aber auch höhere Geschwindigkeiten angeboten. Nähere Informationen, insbesondere auch ob eine ausreichende Netzabdeckung am eigenen Standort vorhanden ist, erhält man bei den Mobilfunknetzbetreibern.
WiMAX
Die Bundesnetzagentur hat im Dezember 2006 Lizenzen für breitbandige Netzzugangsdienste (Broadband Wireless Access) vergeben. Die hierfür eingesetzte Technologie dürfte i.d.R. WiMAX sein. Die Vergabe war u.a. an Versorgungsauflagen in der Fläche gekoppelt. Es ist daher in den nächsten Monaten mit einem verstärkten Aufbau der Netze zu rechnen. Reichweite und angebotene Geschwindigkeiten dürften vergleichbar zu UMTS sein. In einzelnen Regionen gibt es bereits heute entsprechende Angebote.
Wireless-LAN (WLAN)
WLAN wird heute vielfach in den Haushalten und Büros zur drahtlosen Vernetzung von PCs und anderen Geräten eingesetzt. Die entsprechenden Komponenten werden dementsprechend relativ günstig angeboten. Ohne aufwändige Antennenkonstruktionen und deren Ausrichtung lassen sich aber selbst im Freien nur geringe Entfernungen überbrücken. Als drahtloser Ersatz für den Teilnehmeranschluss ist WLAN daher nur eingeschränkt geeignet und setzt entsprechendes Know-how voraus. Als problematisch erweist sich dabei vielfach auch, dass WLAN auf Frequenzen arbeiten, die mit entsprechenden Geräten freizügig von der Allgemeinheit genutzt werden dürfen. Ein parallel betriebenes drahtloses Heimnetzwerk oder auch eine andere Funkanwendung im selben Frequenzbereich kann die Übertragungsrate drastisch reduzieren oder gar zu einem Verbindungsabbruch führen.